Saturday, November 25, 2006

Meine Freizeitaktivitäten und mein erster chinesischer Geburtstag

Ich muss mich dafür endschuldigen, dass ich meinen Blog solch eine lange Zeit nicht erneuert habe. Ich denke, dass die chinesische Regierung ihn, aus welchem Grunde auch immer, einfach gesperrt hat. Daher war ich in den letzten Wochen leider nicht in der Lage, die Seite zu öffnen und somit auch nicht zu erneuern.
Aber passend zu meinem Geburtstag, hat die Regierung die Seite freundlicherweise wieder freigestellt. Daher will ich aus zeitlichen Gründen über den Blog an alle Danksagungen geben, die sich den Aufwand machten um mir eine Geburtstags-E-mail zu schicken. Ich würde es lieber persönlich machen, dies ist aber aus zeitlichen Gründen im Moment nicht möglich.

Mein chinesischer Geburtstag begann mit der typischen chinesischen Nudel. Ich betone Nudel, da es nur eine lange Nudel ist, die das lange Leben verkörpern soll. Da ich aufgegessen habe, denke ich jetzt natürlich, dass sich dies auch bewahrheiten wird. Da hier wirklich alles von der Schule organisiert wird, gab es zu meinem Geburtstag keine Ausnahme. Und so ging ich mit den anderen Austauschschülern und unseren Chinesischlehrerinnen essen und danach Karaoke singen. Aber die Besonderheit an diesem Abend war, dass auch noch zwei ausländische Lehrer kamen, von denen eine Kolumbianerin ist und der andere Schweizer. Da der Schweizer vom deutschsprachigen Teil kommt, hatten wir eine hitzige Konversation, in der er mir einen kurzen Abriss seines Lebens gegeben hat. Das wie folgt aussieht: Nachdem er seine Lehre als LKW-Mechaniker in der Schweiz aufgegeben hatte, ist er zwei Jahr mit einem Kleinbus durch Europa getourt. Diesen musste er dann in Istanbul verkaufen, da er sich sonst das Ticket nach Thailand nicht hätte leisten können. Darauf hin ist er mehrere Jahre als Rucksacktourist durch Asien gereist. Und schließlich aus finanziellen Gründen hier gelandet, da er einen für chinesische Verhältnisse gut bezahlten Job angeboten gekriegt hat und so nicht nein sagen konnte. Das war mein erster chinesischer Geburtstag und vielleicht auch nicht der Letzte.


Langsam fühle ich mich hier Zuhause. Es wird zwar nie wie in Deutschland werden, da die Unterschiede zu groß sind und ich hier hauptsächlich durch mein Aussehen auch nie wirklich integriert sein werde. Aber ich versuche mich so gut es nur möglich ist zu adaptieren. Und natürlich zusätzlich dadurch unterstützt, dass ich keine so großen Freiheiten wie in Deutschland genießen kann und dadurch nicht alle meine Affinitäten ausleben kann.
Meine normale Woche besteht aus Thai Chi, Tae Kwon Do und Chinesisch lernen, wobei ich die größte Aufmerksamkeit meinem Chinesischlernen zukommen lasse.
Meine sportlichen Ambitionen sind Thai Chi und Tae Kwon Do, ich aber sagen muss, dass Tae Kwon Do nicht chinesisch sondern koreanisch ist. Tae Kwon Do ist sehr nützlich, da ich dabei all die Wut und den Stress herauslassen kann, der sich über die Woche angestaut hat. Thai Chi ist das genau Gegenteil davon, man spannt aus und lässt seinen Körper zu Ruhe kommen.
Das Ziel meines Chinesischlernens ist das bestehen von der höchsten Stufe des HSK. Dieser ist ein Test vergleichbar mit TOEFL in Englisch, bei bestehen einer der höchsten Stufen, ist es einem erlaubt in China zu studieren. Ich schreibe jeden Tag 5 Stunden Schriftzeichen in der Schule, habe 2 Stunden lang Chinesischunterricht und spreche so viel wie möglich Chinesisch mit meiner Gastfamilie.
Zusätzlich dazu verbessere ich jeden Tag mein Englisch, indem ich mit den anderen Austauschschülern rede und mit englischen Büchern chinesisch lerne.
Und ich unterrichte jeden Abend meinen Gastbruder deutsch, da er plant das nächste Jahr als Austauschschüler in Deutschland zu verbringen.
Es ist nicht gerade ein entspanntes Leben, was ich hier führe. Aber ich denke, dass es sich auszahlen wird. Spätestens bei der Jobsuche, wenn ich sagen kann, dass ich fließend chinesisch sprechen kann. Im Moment ist es zwar nur ein Traum, jedoch gerade dadurch arbeitete ich hier so hart.
Ich habe dennoch meinen Spaß. Da ich an den Wochenenden mit den anderen Austauschschülern versuche so viel Spaß, wie in dieser kleinen Stadt nur möglich ist, zu haben, z.B. Tanzen oder Karaoke singen gehe. Wir frequentieren diese Plätze aber auch nicht.

Saturday, October 21, 2006

Mein erster kleiner Trip Richtung Korea (31.9.- 3.10.)- My first small trip direction Korea

Ich hatte die erste Oktoberwoche 7 Tage Schulferien, wohingegen alle anderen auf der Schule nur 3 Tage frei bekommen hatten. Schließlich wird man nicht durch lange Ferien zur besten Schule in Jiamusi. Ausspannen hat im modernen China ebend keinen großen Wert mehr. Man muss immer an seine Zukunft denken. Aber ich habe auch mit Erstaunen feststellen müssen, dass die deutschen Gymnasiasten ein sehr großes Glück, aber auch zugleich Pech haben. Da ich von dem Franzosen gehört habe, dass in Frankreich so viele Hausaufgaben aufgegeben werden, dass man bis zum Schlafen gehen beschäftigt ist und das in Italien ähnlich aussieht. Aber im Vergleich mit China ist dies natürlich nicht erwähnenswert. Die normale Woche von einem chinesischen Oberschüler sieht so aus, dass er fünf Tage in der Woche zwölf Stunden in der Schule verbringt und dann Zuhause noch drei bis vier Stunden lernt. Und am Samstag nur sechs Stunden in die Schule gehen darf. Damit mehr Zeit zum Lernen und Schulaufgaben erledigen ist.
Am 31.9. fuhr ich mit meiner Gastmutter, meinem Gastbruder und einem Verwandten nach Harbin, wo mein Gastvater schon vor dem Hotel wartete, in dem wir die Nacht verbrachten.
Am darauf folgenden Morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen. Dann fuhren wir mir 15 anderen, mir nicht bekannten, Personen zu einem Ort, von dem ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste. So durfte ich für 10 Stunden die Rückbank vom Auto mit meinem Gastbruder und meiner Gastmutter teilen.
Nach einer ruhigen Nacht im Hotel, machten wir uns auf die Reise zum „Chang Bai Shan“. Dieser ist ein noch aktiver Vulkan an der nordkoreanischen Grenze, der ein bekanntes Wahrzeichen von China ist. Der Aufstieg stellte für einige meiner Mitreisenden eine kleine Hürde dar, da der einzige Weg eine steile Steintreppe war. Aber am Gipfel der Treppe angekommen, vergisst man dies, durch die Schönheit geblendet, sehr schnell. Nachdem ich, auf Bitten ihrerseits, unzählige Fotos mit unbekannten Chinesinnen geschossen hatte, ging es zurück nach Harbin, wie ich dachte. Aber ich hatte mich mal wieder geirrt und so ging es ins Hotel in der nächst größeren Stadt.
Am nächsten Tag machten wir dann eine Bootstour auf einer traumhaften Seenplatte, dessen Namen ich nicht weiß. Leider war es an diesem Morgen sehr nebelig, wodurch man nicht allzu viel sehen konnte. Abends speisten wir dann auf dem Land, auf dem elterlichen Bauernhof der Initiatorin dieser Reise. Dort konnte ich den Unterschied zwischen dem dörflichen und städtischen Leben in China mit eigenen Augen sehen. Drei Personen wohnten in einem mit Zeitung aufgeklebten Raum. Da wurde mir wieder klar, was für ein Glück ich doch habe.
Am 3.10. fuhren wir endlich nach Harbin, wobei meine Vorfreude unberechtigt war. Es ist auch nur eine sich schnell entwickelnde Industriestadt ohne wirklich alte Gebäude. Da die Chinesen alle alten Gebäude abreißen und durch Neue ersetzen. Das beste Beispiel ist meine Stadt, wo es fast kein Gebäude gibt, welches älter als 50 Jahre ist.





I had seven days vacations in the first week of October, whereas all others in the school have just gotten 3 days vacations. As this is the best school in Jiamusi and so they have to learn more. Relaxing has is not an essential vaue in modern China. You always have to think of your future. But I have also noticed with astonishment that the German grammar students have a are at on once lucky and unfortunate. I have heard of the French that French students get so much home works that they are occupied till going to sleep and the Italian school day looks similar. But in comparison to the Chinese student,, they´re still slackers . The normal week of a Chinese high school student: 12 hours of school and 3 to 4 hours of studying from Monday to Friday. And on Saturday may just go 6 hours to school. So there is more time for learning and doing homework.
On October 31, a relative drove my host mother, my host brother and me to Harbin, where my host father was waiting in front of the Hotel, in which we spent the night.
At the following morning I had to get up at 5 o’clock. Then, we drove with fifteen other, to me unknown, people to a place, of which at the time, I also did not know. So I could share the rear bench of the car with my host brother and my host mother. After a restful night in the hotel, we continued our journey to the Chang Bai Shan. This is still active volcano on the North Korean border, which is also a famous Chinese landmark. The descent posed a small hurdle for some of my fellow passengers. But reaching the top of the staircase and blinded by the surrounding beauty, you forget about the effort. Having shot countless photos with unknown Chinese, we would return to Harbin, or so I thought. But I was wrong again and we arrived at a hotel in the next bigger town.
On the next day we made a boat tour on a phantasmagoric lake, whose name I am not aware of. What a pity that it was very nebulous on this Morning. The evening, we were dining in the country, on the parental farm of the initiator of this travel. There I could see the difference between the country and city life in China with my own eyes. Three persons lived in a with papers stuck room. That was when I realized, how fortunate I actually am.
On October 3, we finally drove to Harbin, a city that had filled me with anticipations. Harbin is also a fast developing industrial town without any really old buildings. The Chinese have a tendency to tear down any old building and replace it by a new one. The best example is my town where there almost no building is older than 50 years.

Monday, September 25, 2006

Der chinesische Himmel

Wie man es sich denken kann, ist dieser das Essen. Hier dreht sich alles ums Essen, daher steht meine Gastmutter auch den ganzen Tag in der Küche und köchelt vor sich hin. Eigentlich dreht sich alles um diese überlebenserhaltende Substanz, angefangen beim 5*-Frühstück, über die mit kleinen Restaurants gefüllten Straßen, bis zu Kaufhallen voller frischer Köstlichkeiten. Aber das schönste Beispiel ist immer noch der Gastbruder von dem französischen Gastschüler, der sich Bilderbücher mit Essen anschaut, um seinen Hunger zu stillen. Man sieht es den meisten Chinesen aber auch nicht an, dass sie den ganzen Tag fast nur diese Tätigkeit ausüben. Außer bei Einigen, welche aber auch nur die Opfer der ein Kind-Politik sind. Da die Mütter ihre ganze „Liebe“ einem einzigen Kind zukommen lassen können und für ihre Kinder alles tun, was schnell ausarten kann. Die Kaufhallen sind eigentlich riesige Frischwarenhallen mit allem, was man sich vorstellen kann. Und die Preise sind niedrig, dass man schon förmlich verführt wird etwas zu kaufen. Man bekommt zum Beispiel für 30 € eine fünfstöckige Hochzeitstorte.
Man findet an jeder Ecke einen Lastwagen, aus dem heraus für ein paar Cent Wassermelonen oder anderes Obst verscherbelt wird.
Der Besteckkasten meiner Gastfamilie ist sehr einseitig mit Stäbchen bestückt, wobei Chinesen zur Nahrungsaufnahme auch nicht mehr benötigen. Wenn es zu flüssig ist wird es unter lautem Schlürfen getrunken, andernfalls schmatzend mit Stäbchen förmlich verschluckt. Und das chinesische Fleisch ist so faserig, dass man immer Zahnstocher dabei haben sollte.
Zum Frühstück darf ich mir mehr oder weniger freiwillig Tofusuppe und das Fleisch vom Vortag zu Leibe führen, aber was ich eher bevorzuge ist Sojamilch mit Teigstangen als Beilage.
Zur Mittagszeit esse ich in der Kantine, wo relative viele verschiede Sachen zur Verfügung stehen, unter denen wir Austauschschüler meistens etwas Essbares finden. Da wir uns aber noch nicht wirklich an das chinesische Essen gewöhnen konnten, haben wir uns einmal etwas geleistet, was dem westlichen Geschmack hier am nächsten kommt. Und das ist in Jiamusi KFC, leider befindet sich hier kein McDonalds oder Burger King, trotzdem war es für uns ein Genuss.
Abends werde ich von meiner Gastmutter mit Obst, Fleisch und Gemüse verwöhnt, im Vergleich zu Deutschland ein bisschen fettiger. Manchmal gehen wir auch spontan essen, da eine Tafel für mehrere Personen nur ein paar Euro kostet. Nach dem Mahl lassen die Chinesen immer alle Reste zum Mitnehmen einpacken, weil man ja nicht verschwenderisch wirken will und für sein Geld so viel möglich bekommen will.

Das größte Event des Jahres- Das „Sport Meeting“

Es war mehr ein Festival, eine Parade, als ein Sportfest. Dadurch kann man es nicht mit den Sportfesten in Deutschland vergleichen. In Deutschland steht der Sport im Vordergrund und hier der Zusammenhalt der Gruppe, daher fielen die Preise eher klein aus, wie z.B. ein Paar Socken oder ein Handtuch.
Es lief so ab, dass ich um 6 Uhr frühes in der Schule antanzen dürfte, was im Gegensatz zu anderen Schülern, die um 4 in der Schule sein mussten, noch relativ spät war. Es war alles bis aufs Kleinste durchgeplant und die ganze Woche eingeübt worden. Jede Klasse hatte einen Stand an der 400 m Bahn aufgebaut, wo sie an dem Tag saßen und gejubelt haben. Als erstes lief jede Klasse in ihrer eigen gewählten Kleidung um den Platz, ähnlich wie bei der Olympiade, wo jedes Land mit seiner Kleidung herein gelaufen kommt, seine Runde dreht und sich dann in der Mitte platziert. Nach diesem wurden die ganzen Disziplinen abgehalten, das mit der Zeit ganz schön langweilig wurde, da man meistens nicht wirklich etwas sehen kann und somit nicht mitverfolgen kann. Aber bei den meisten Schülern ist dieser Tag eher deshalb so beliebt, weil man ganz viele süße Sachen kaufen darf und diese dann alle an einem Tag isst. Meine Familie kaufte mir so viel, dass ich gar nicht alles in meinen Rucksack bekam und so einiges Zuhause lassen musste. Ich will nie wieder so viel Süßigkeiten an einem Tag essen, es war schrecklich. Aber ich habe diesen Tag auch dazu genutzt um mit meinen Klassenkameraden einige ernsthafte längere Gespräche zu führen, zwar meistens auf englisch, trotzdem denke ich werden mir meine Klassenkameraden noch sehr hilfreich beim Erlernen der chinesischen Sprache sein.
Meine Mutter war auch zusammen mit einigen Freundinnen und meiner Cousine da und schoss wieder sehr viele Photos, von denen ich einige Uploaden werde.
Schließlich kam ich nach 12 Stunden so erschöpft Zuhause an, dass ich gleich schlafen gegangen bin. Es war aber auch das aufregendste und zu gleich langweiligste Sportfest, das ich jemals erlebt habe.
Einmalig für mich mich, gewöhnlich für die Chinesen.



Mein Klasse, gefuehrt von meiner Lehrerin





Die Chinesen haben in manchen Dingen einen ungewoehnlichen Geschmack.





Sportler unter sich(ein Klassenkamerad, ich selbst, mein Gastbruder, der franzoesische Austauschschueler Gauthier)



der Schweizer Partick, mein selbst, der Franzose Gauthier

Monday, September 18, 2006

Meine Mutter hat ein Affinitaet fuers Fotografieren, hier eine kleine Auswahl davon

In der Bibliothek der Jiamusi Universitaet- in the library of the Jiamusi university

Ich selbst beim jiao zi formen( kleine mit Fleisch und Gemuese gefuellte Teigtaschen). - Myself at jiao zi forming(little with meat and legume filled tough bags)

Das erste Willkommensessen- the first welcome meal

Nach der Ankunft in Jiamusi. Wir AFSer mit unseren Gastfamilien und einigen Lehrern. Italienerin, Schweizer, Franzose und Deutscher(von rechts nach links) - After the arrival in Jiamusi. We AFSer with our host families and several teachers. Italian, Swiss, French, German (from left to right)

Saturday, September 16, 2006

Meine erste Schulwoche an der NO.1 Middle School in Jiamusi

Die erste Schulwoche ist vorbei und ich bin wieder um ein paar Erfahrungen reicher. Meine erste Schulwoche verlief relativ unproblematisch. Mein Schultag beginnt um 6 Uhr mit dem Herausquälen aus dem Bett und dem Hereinquälen von soviel Essen, dass meine Gastmutter denkt, dass es für die nächsten 6 Stunden reichen könnte. Komme dann, aus mir nicht nachzuvollziehenden Gründen, zu spät zum Unterricht, obwohl ich vor um 7 in meinem Klassenraum bin. Gefolgt von einer 25 m Sequenz aus einem englischsprachigen Lernfilm, wobei dieser auf einem nicht sehr hohen Niveau aufbaut, was für die Chinesen aber genau richtig zu seien scheint. Darf darauf 5 h mit meiner Klasse verbringen, welche durch die „morning exercise“ nach der 3. h unterbrochen werden. Die morning exercise läuft so ab, dass alle auf den Schulhof gehen, dann in Reih und Glied aufstellen und versuchen eigenartige Gymnastikübungen nachzumachen. Nach der 5. h folgt eine 1 ½ h Lunch-Pause, welche wir im Moment dazu nutzen mit den Chinesen zu kommunizieren. Bis jetzt kamen immer wieder Chinesen, die uns erzählt haben, dass sie sich gerne mit uns anfreunden würden um ihr Englisch zu verbessern. Das so weit ging, dass wir mit in die Klasse von jdm. kommen sollten und mit ihnen auf englisch kommunizieren sollten, welches zu einem richtigen Abenteuer wurden. Da es die vierte Klasse war, die das Abschlussexamen leider nicht ablegen konnte, auf solch einem niedrigen Niveau waren auch ihre Englischkenntnisse.
Zusätzlich haben wir, die Austauschschüler, am Nachmittag 2 Stunden Chinesisch mit einer Englischlehrerin, die sehr nett ist und auch noch nicht so alt.
Nach 3 Uhr gehen wir sportlichen oder künstlerischen Tätigkeiten nach, z.B.: Volleyball, Basketball, Malen oder Klavier.
Bis jetzt habe ich wahrscheinlich mehr Sachen probiert, als ich mir bewusst bin. Die außergewöhnlichsten Sachen, wo von ich weiß, waren bis jetzt Hund und Schildkröte, wobei beides sehr zart und wohlschmeckend ist.
Samstagabend war ich zudem mit den anderen Austauschschülern und unserer Chinesischlehrerin Karaoke singen, was hier etwas anders als in Deutschland ist. Es erinnert hier mehr an ein 5*-Hotel als an eine Karaoke-Bar. Man muss sich einen komfortablen Raum mit Sofa und Fernseher vorstellen, der durch den eigenen Butler erst abgerundet wird.
Langsam wird mir meine Gastfamilie sympathisch. Da ich jetzt erst richtig mitbekomme, was meine Gastmutter alles für mich tut und was für große Sorgen sie sich um mich macht.
Und die nächtliche Geräuschkulisse stört mich auch nicht mehr, da ich langsam immun dagegen bin und mein Gastbruder oft mit in dem Bett meiner Gastmutter schläft, da mein Gastvater fast immer verreist ist.
Ich habe bis jetzt auch kein großes Heimweh verspürt, da ich mich immer beschäftigte und mein neues Zuhause für mich immer heimischer wird.
Obwohl ich manchmal daran denke, dass ich es in einem englischsprachigen Land leichter haben würde. Da die Kultur und Sprache nicht so verschieden sind.

P.S. wir hatten in der letzten Zeit das Glück, dass der Strom um die Mittagszeit mal nicht ausgefallen ist und meine Gastmutter hat mir eine Reihe von 13 Chinesisch-lernkinderbüchern gegeben, die mir dabei helfen sollen mit ihr zu kommunizieren

Sunday, September 03, 2006

The english version will shortly follows.

Unteranderem mein erster Schultag- Among other things my first school day

Vorgestern war ich das erste Mal in meiner neuen Schule, welche zwar relativ imposant, aber dafür nicht so gut wie deutsche Schulen ausgestattet ist. Und erhielt meinen Stundenplan und meine für mich verantwortliche Lehrerin, die leider kein einziges Wort englisch spricht, wodurch die Kommunikation sich im Moment noch in Grenzen hält, sonst aber sehr nett ist. Mein Stundenplan sieht so aus, dass ich jeden Tag 5 Stunden mit meiner Klasse zusammen unterricht habe, bis halb zwölf, dann 1 ½ Stunden Mittagspausen und anschließend mit den anderen drei Austauschschülern zusammen 2 Stunden Chinesischunterricht habe.
Danach wurden wir von unserer Direktorin zu einem Mittagessen eingeladen, ein Willkommensessen, wie die Direktorin es nannte, für mich eher eines wie viele der letzten Tage.
Gestern hatte ich dann meinen ersten Schultag, als ob ich mit meinen blonden Haaren und der Zivilkleidung nicht schon genug aufgefallen wäre, kam ich gleich zum Fahnenappel zu spät. Dieses Prozedere dauerte fast eine Stunde und bestand aus dem Fahnenhissen und dem Halten von Reden, nach denen alle klatschten, und ich mir vorbehielt, nicht zu klatschen, da ich rein gar nichts verstehen konnte und wahrscheinlich auch nicht wollte.
Danach hatte ich die Ehre dem Englischunterricht zu folgen, wobei mir gesagt wurde, dass sie die beste Englischlehrerin an der ganzen Schule sei, wovon ich wenig mitbekam, da sie wie viele Chinesen gebrochenes Englisch gesprochen hat. Wenn mein Chinesisch gut genug ist, könnte ich mich glatt als Nachhilfelehrer engagieren. Dann folgten Mathe, 2 Stunden Chinesisch, welche für mich aber eher interesselos sind, da sie ganz auf Chinesisch sind.
Mittags fuhren wir dann zum Krankenhaus, wo wir die physical examination für die Verlängerung unseres Visa auf ein Jahr bestehen mussten. Wir wurden wirklich auf Herz und Nieren getestet, Blutabnahme, Röntgen, Augentest und Kreislauftest.
Nachdem wir dies überstanden hatten und auf dem Nachhauseweg waren, zankten sich meine Gastmutter und eine Lehrerin so hart darüber wer das Taxi bezahlt, dass der Taxifahrer schon gar keines mehr haben wollte.
Heute wurde ich wieder wie ein dressierter Affe irgendwelchen wildfremden Leuten vorgestellt, wobei alle Kinder mir als Bruder oder Schwester bekannt gemacht werden. Bis jetzt versucht meine Gastmutter mich noch an der Leine zu halten wie meinen kleinen Gastbruder, aber ich werde versuchen jetzt irgendwelchen Sport regelmäßig auszuüben, da ich sonst bei den Maßen an Nahrung, die ich aufnehmen soll, in einem Jahr aussehe wie mein Gastbruder.

Meine Gastfamilie und ihre Wohnung- my hostfamily and their appartment


meine Gastmutter und ich - my host mother and myself


meine Gastcousine und ich -my host cousin and I


meine Gastmutter, zwei Gasttanten, eine Gastcousine und mein Gastbruder - my host mother, two host aunts, one host cousin and I


meine Gastcousine, meine Gasttante und ich - my host cousin, my host aunt and I


mein Gastbruder und ich - my host brother and I


meine Gastonkels und ich - my host uncels and myself


die Küche - the kitchen



Das Linke ist das Bett von meinen Gastbruder und das Rechte darf ich mein Eigen nennen. - The left is the bed of my host brother and the right I may call my own.


mein Bett - my bed


das Zimmer, das ich mir mit meinem Gastbruder teilen darf - the room that I may share with my host brother

Saturday, September 02, 2006

Der Anfang ist geschafft 31.8.06

Langsam lebe ich mich ein, und verstehe immer mehr wie die Chinesen ticken In China zählt die Familie viel mehr als in Deutschland, wodurch immer mindestens eine Schwester der Mutter anwesend ist und die Tochter einer Freundin der Mutter, die wahrscheinlich Semesterferien hat.
Die erste Nacht war nicht so besonders, da ich dem Autoverkehr mit all seinen Finessen lauschen dürfte und dies bedeutet, dass jede Sekunde irgendjemand hupt. Zusätzlich hat auch noch mein Gastbruder laut geschnarcht, was das Einschlafen nicht gerade erleichtert hat.
Heute habe ich auch noch erfahren, dass mein Gastvater 5 Sprachen spricht, darunter Französisch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Englisch. Leider ist er sehr viel unterwegs und wodurch ich bis jetzt mich noch nicht richtig mit unterhalten habe.
Meine Hauptgesprächpartner sind meine „chinesische Cousine“, die einige Wörter englisch kann und schon relativ erwachsen ist, meine „Tante“, die sehr ausdauern und wissbegierig ist, und meine „Mutter“, welche sich sehr um mein Wohl sorgt und sehr viel Zeit opfert, aber sehr schnell reden tut und die Wörter immer ein bisschen anders ausspricht.
Meine Gastfamilie hat mir auch schon einen chinesischen Namen gegeben, der delong (德龙) lautet, was soviel wie Deutscher Drachen heißt. Mein Gastbruder trägt den Namen kleiner Bruderdrachen.

P.S.: Die Chinesen werden doch mehr abgeschottet als ich dachte, sie kennen nicht einmal so bekannte Künstler wie „The Beatles“ oder „Nirvana“.

Meine ersten Tage in China (25.8.06-29.08.)

Nach 13 Stunden Flug und einem Halt in Kopenhagen, wobei dieser sehr kurz ausfiel, da unser Flugzeug aus Kopenhagen Verspätung hatte, kam ich am Freitag in Beijing an und stand gleich meiner ersten kleinen Herausforderung gegenüber, eine Toilette ausfindig zu machen, was mir durch die ganz anderen Zeichen relativ schwierig fiel.
Nach überstandener Aufgabe dürfte ich das chinesische Verkehrsprinzip kennen lernen, welches im Grunde ganz einfach nachzuvollziehen ist, da sich jeder seine eigenen Regeln schafft. Der Standstreifen auf der Autobahn ist auf einmal Überholspur, wird aber auch zusätzlich noch von fahrradfahrenden Jugendlichen als Rennstrecke genutzt, was manchmal eine gefährliche Mischung sein kann. Die wichtigsten Regeln sind aber, hupe so viel du kannst, achte nicht auf die Ampeln und bahne dir deinen Weg egal wie. Dabei zieht meist der Schwächere den Kürzeren, worunter hauptsächlich die Fahrradfahrer und Fußgänger leiden.
Im Hotel des Internationalen Instituts der Beijinger Universität angekommen, konnte ich mich mit einigen anderen Austauschschülern bekanntmachen. Von denen die Deutschen mit 25 den größten Anteil stellten, dicht gefolgt von den Italienern mit 24, darüber hinaus 10 aus Thailand, 10 Amerikaner, 3 Schweizer, 2 Österreicher, 2 Belgier, 2 Franzosen, 3 Brasilianer, 2 Mexikaner, 2 Isländerinnen, 2 Kanadier, 1 Australierin und 1 Norweger.
Die größte Freude war, als ich erfuhr, dass noch drei andere auf die gleiche Schule wie ich gehen werden, welcher Punkt mir die letzten Ängste vor dem bevorstehenden Jahr nahm. Ich habe mich auf Anhieb mit ihnen verstanden, was die Tatsache, dass wir alle aus Großstädten(Junge aus Paris ,Junge von Bern und Mädchen aus Rom) kommen, wahrscheinlich unterstützt.( Bin der Einzige mit blonden Haaren)
Nach dem ersten Kennen lernen konnten wir uns auch gleich mit dem Essen anfreunden, welches genauso fremd für mich war. Alles ist sehr fettig und es gibt sehr wenige süße Sachen, woran man sich gewöhnt, da es auch sehr delikate Sachen darunter gibt, z.B. Pflaumen, die von klebrigem Reis mit Honig umhüllt sind und das ganze in ein Bambusblatt eingepackt wird.
Abends wurden wir dann in die Technik des Tai Chi eingeweiht, was nach einer Weile relativ anstrengend wurde. Tai Chi ist die chinesische Selbstverteidigung für die Normalbevölkerung, die sehr langsam und mit einer inneren Ruhe ausgeübt wird, was in dem sich immer schneller bewegenden chinesischen Alltag höchstwahrscheinlich notwendig ist, um sein inneres Gleichgewicht aufrecht zu erhalten und nicht in die psychiatrische Anstalt eingewiesen zu werden, dass mir vielleicht bald selbst widerfahren wird, vorausgesetzt ich lasse mich von dieser Aufbruchstimmung mitreißen.
Aber man gewöhnt sich mit der Zeit auch daran, dass jeder mit einem eine Freundschaft eingehen will, um sein Englisch zu verbessern, obwohl man ihn wahrscheinlich nie wieder sieht.
Am nächsten Tag wurden uns die internationalen AFS Regeln noch einmal verdeutlicht, wobei auch uns noch unbekannte Regeln hinzufügt wurden. (Kein Baby, Kein Rauchen)
Und wir lernten beim Fußballspielen einige chinesische Studenten kennen, die uns erzählten, dass die Universität in China im Gegensatz zur Schule ein Traum ist, was uns in keinster Weise unsere Ängste nahm.
Sonntags wurden uns die Schulrepräsentanten vorgestellt, welche zuvorkommend und höflich waren. Aber vielleicht bei den Daten auf dem Blatt, das sie uns gaben etw übertrieben haben, z.B. wurde die Einwohnerzahl der Stadt vervierfacht oder die Größe des Schulgeländes mit 150.000 km³ angegeben. Die Schulrepräsentantinnen von meiner Schule sind zwei Frauen, eine Ältere Frau im Alter von ca. 55 Jahren mit einem ca. 5 Jahre altem Kind und eine Jüngere, dessen Alter ich auf 20 schätzen würde und Englisch unterrichtet.
Später bestiegen wir noch bei 35 °C die chinesische Mauer, die sehr viel steiler war als ich angenommen hatte, was leider auch die Preise für Wasserflaschen in die Höhe trieb (ca.0,50 € für 0,5 l).
Langsam verspüre ich einen gewissen Spaß am Feilschen, ein besonderes Kribbeln im Körper, wenn man denkt, dass man etwas besonders billig gekauft hat, auch wenn gleich danach ein Chinese auftaucht, der es für die Hälfte oder noch weniger bekommt.
Noch an diesem Abend erlebte ich wie organisiert die Chinesen doch sind. Da ein deutscher Austauschschüler nach Beijing zu einer Gastfamilie sollte, aber im letzten Moment die Gastfamilie abgesprungen ist und AFS China hat es geschafft für ihn eine Ersatzfamilie zu finden, es für ihn ein bisschen überraschend war, als er abends nichtswissend, von seiner neuen Gastfamilie abgeholt wurde.
Am darauf folgenden Tag begegnete mir etw., dass ich noch nirgendwo anders auf der Welt gesehen habe, und als erstes gar nicht glauben konnte, da es mich an den weltweiten Terror erinnerte. Ich stand um 8 Uhr auf und packte meinen Koffer, verabschiedete mich von allen und im letzten Moment erfuhr ich, dass unsere Schulrepräsentanten ihre Meinung geändert haben und wir und doch nicht den Sommerpalast anschauen würden. Also verbrachte ich die Zeit mit Kartenspielen und rumsitzen, aß noch ein letztes Mal in der Mensa. Dann fuhren wir zum Bahnhof, wo wir wie es schien die einzigen Ausländer waren, welches das beste Zeichen dafür war, dass wir endlich in China angekommen waren. Am merkwürdigsten fand ich aber, dass sich vor dem Bahnhofsgebäude eine lange Schlange bildete, da, wie sich herausstellte, sie unser Gepäck röntgten. Dabei dachte ich im ersten Moment an Deutschland und die letzten Terrorangriffe, wodurch ich bemerkt habe, dass die Chinesen im Terrorkampf schon viel weiter sind als die Europäer. Aber der größte Schock für mich war als ich die Nachteile der Globalisierung in China mit meinen eigenen Augen sehen konnte. Kinder, Behinderte, Mütter und Alte, die um Geld betteln und somit ums eigene Überleben kämpfen, dies führte mir wieder vor Augen, dass China doch noch ein Entwicklungsland ist.
Daraufhin stiegen wir in den Schlafzug nach Jiamusi, mit dem wir 22h unterwegs waren. Diese Zeit nutzten wir um uns besser miteinander bekannt zu machen, und natürlich um uns auch mit Chinesen zu unterhalten, wobei die Blicke durch mein Haar meist auf meine Person fielen, was mich bis jetzt eher erfreut als nervt. Zusätzlich gefördert durch die Enge, die 2 3er-Hochbetten auf 2x2x3 m erzeugen. Das schönste aber sind die Toiletten, welche ein Gefühl von Freiheit geben, da der über diesem Loch Kniende, sehr gut den von unten kommenden Fahrtwind spürt und er danach für die Säuberung der Umgebung dieses Lochs zuständig ist, was sich nicht sehr positiv bemerkbar macht. Dann gab es auch noch eine Frau, die Essen und Trinken verkauft hat, aber ihr Wagen war, am Ende der Reise, noch genauso voll wie davor, obwohl sie bestimmt 100 mal den Zug lang gefahren ist.
Am Ziel angekommen, wurde ich erstmal der Familie vorgestellt, welche aus ca. 15 Leuten bestand. Danach durfte ich mein Zuhause in Augenschein nehmen und die nicht ganz 120 m², wie angegeben, große Wohnung. Sie ist relativ schön mit Holz verkleidet und licht durchflutet. Die ganze Familie ist sehr nett, es spricht aber nur mein Gastbruder ein bisschen Englisch, welcher wie ich erfahren habe nächstes Jahr einen einjährigen Schüleraustausch nach Deutschland plant. Das Zimmer, wo ich wohne ist mit einem großen achtzigerjahre Schrank, zwei Schreibtischen und zwei Betten ausgestattet. Nicht mein Stil, aber wer weiß wie es in einem Jahr aussehen wird.
Am Abend waren wir zu guter letzt noch essen und danach in einem chinesischen Shoppingcenter wie Wall Mart.
Am 1.September beginnt für mich die Schule, worauf ich mich jetzt schon freue, da ich dann endlich mit den anderen Austauschschülern über alles bis jetzt erlebte reden kann und nicht bei jedem zweiten Wort nach seiner Bedeutung fragen muss.
Es mangelt zwar noch ein wenig an der Kommunikation, aber ich blicke positiv in die Zukunft.
An die Lautstärke in China muss ich mich auch erst noch gewöhnen. Ich hoffe nur, dass ich heute bei diesem Krach einschlafen kann.

Es rieseln so viele neue Eindrücke auf mich ein, dass ich Jahre bräuchte um sie niederzuschreiben, und jeden bewundere der es in wenigen oder sogar nur einem Satz schafft. Deshalb werde ich in diesem Jahr versuchen sie so gut wie möglich von meiner Seite darzustellen und hoffe, dass es nicht zu verwirrend für euch wird und ihr den Durchblick früher als ich verliert.
Ich blicke mit Vorfreude auf mein Jahr und die Erfahrungen, die ich hoffentlich gewinnen werde. Aber auch noch mit Angst ob ich das wirklich schaffen kann, da ich bis jetzt nicht das Ende des Eisberges erkennen kann.