Monday, September 25, 2006

Der chinesische Himmel

Wie man es sich denken kann, ist dieser das Essen. Hier dreht sich alles ums Essen, daher steht meine Gastmutter auch den ganzen Tag in der Küche und köchelt vor sich hin. Eigentlich dreht sich alles um diese überlebenserhaltende Substanz, angefangen beim 5*-Frühstück, über die mit kleinen Restaurants gefüllten Straßen, bis zu Kaufhallen voller frischer Köstlichkeiten. Aber das schönste Beispiel ist immer noch der Gastbruder von dem französischen Gastschüler, der sich Bilderbücher mit Essen anschaut, um seinen Hunger zu stillen. Man sieht es den meisten Chinesen aber auch nicht an, dass sie den ganzen Tag fast nur diese Tätigkeit ausüben. Außer bei Einigen, welche aber auch nur die Opfer der ein Kind-Politik sind. Da die Mütter ihre ganze „Liebe“ einem einzigen Kind zukommen lassen können und für ihre Kinder alles tun, was schnell ausarten kann. Die Kaufhallen sind eigentlich riesige Frischwarenhallen mit allem, was man sich vorstellen kann. Und die Preise sind niedrig, dass man schon förmlich verführt wird etwas zu kaufen. Man bekommt zum Beispiel für 30 € eine fünfstöckige Hochzeitstorte.
Man findet an jeder Ecke einen Lastwagen, aus dem heraus für ein paar Cent Wassermelonen oder anderes Obst verscherbelt wird.
Der Besteckkasten meiner Gastfamilie ist sehr einseitig mit Stäbchen bestückt, wobei Chinesen zur Nahrungsaufnahme auch nicht mehr benötigen. Wenn es zu flüssig ist wird es unter lautem Schlürfen getrunken, andernfalls schmatzend mit Stäbchen förmlich verschluckt. Und das chinesische Fleisch ist so faserig, dass man immer Zahnstocher dabei haben sollte.
Zum Frühstück darf ich mir mehr oder weniger freiwillig Tofusuppe und das Fleisch vom Vortag zu Leibe führen, aber was ich eher bevorzuge ist Sojamilch mit Teigstangen als Beilage.
Zur Mittagszeit esse ich in der Kantine, wo relative viele verschiede Sachen zur Verfügung stehen, unter denen wir Austauschschüler meistens etwas Essbares finden. Da wir uns aber noch nicht wirklich an das chinesische Essen gewöhnen konnten, haben wir uns einmal etwas geleistet, was dem westlichen Geschmack hier am nächsten kommt. Und das ist in Jiamusi KFC, leider befindet sich hier kein McDonalds oder Burger King, trotzdem war es für uns ein Genuss.
Abends werde ich von meiner Gastmutter mit Obst, Fleisch und Gemüse verwöhnt, im Vergleich zu Deutschland ein bisschen fettiger. Manchmal gehen wir auch spontan essen, da eine Tafel für mehrere Personen nur ein paar Euro kostet. Nach dem Mahl lassen die Chinesen immer alle Reste zum Mitnehmen einpacken, weil man ja nicht verschwenderisch wirken will und für sein Geld so viel möglich bekommen will.

Das größte Event des Jahres- Das „Sport Meeting“

Es war mehr ein Festival, eine Parade, als ein Sportfest. Dadurch kann man es nicht mit den Sportfesten in Deutschland vergleichen. In Deutschland steht der Sport im Vordergrund und hier der Zusammenhalt der Gruppe, daher fielen die Preise eher klein aus, wie z.B. ein Paar Socken oder ein Handtuch.
Es lief so ab, dass ich um 6 Uhr frühes in der Schule antanzen dürfte, was im Gegensatz zu anderen Schülern, die um 4 in der Schule sein mussten, noch relativ spät war. Es war alles bis aufs Kleinste durchgeplant und die ganze Woche eingeübt worden. Jede Klasse hatte einen Stand an der 400 m Bahn aufgebaut, wo sie an dem Tag saßen und gejubelt haben. Als erstes lief jede Klasse in ihrer eigen gewählten Kleidung um den Platz, ähnlich wie bei der Olympiade, wo jedes Land mit seiner Kleidung herein gelaufen kommt, seine Runde dreht und sich dann in der Mitte platziert. Nach diesem wurden die ganzen Disziplinen abgehalten, das mit der Zeit ganz schön langweilig wurde, da man meistens nicht wirklich etwas sehen kann und somit nicht mitverfolgen kann. Aber bei den meisten Schülern ist dieser Tag eher deshalb so beliebt, weil man ganz viele süße Sachen kaufen darf und diese dann alle an einem Tag isst. Meine Familie kaufte mir so viel, dass ich gar nicht alles in meinen Rucksack bekam und so einiges Zuhause lassen musste. Ich will nie wieder so viel Süßigkeiten an einem Tag essen, es war schrecklich. Aber ich habe diesen Tag auch dazu genutzt um mit meinen Klassenkameraden einige ernsthafte längere Gespräche zu führen, zwar meistens auf englisch, trotzdem denke ich werden mir meine Klassenkameraden noch sehr hilfreich beim Erlernen der chinesischen Sprache sein.
Meine Mutter war auch zusammen mit einigen Freundinnen und meiner Cousine da und schoss wieder sehr viele Photos, von denen ich einige Uploaden werde.
Schließlich kam ich nach 12 Stunden so erschöpft Zuhause an, dass ich gleich schlafen gegangen bin. Es war aber auch das aufregendste und zu gleich langweiligste Sportfest, das ich jemals erlebt habe.
Einmalig für mich mich, gewöhnlich für die Chinesen.



Mein Klasse, gefuehrt von meiner Lehrerin





Die Chinesen haben in manchen Dingen einen ungewoehnlichen Geschmack.





Sportler unter sich(ein Klassenkamerad, ich selbst, mein Gastbruder, der franzoesische Austauschschueler Gauthier)



der Schweizer Partick, mein selbst, der Franzose Gauthier