Wednesday, February 14, 2007
Die große Chinareise
Am 13. unseres neuen Jahres(Sonnenkalender) ging es nach vielen Anfangsproblemen und Schwierigkeiten zusammen mit den anderen drei Austauschschülern und der Gastmutter und Gastschwester der Italienerin endlich auf den lang erwarteten, durch eine Reisegesellschaft geplanten, Erkundungstrip durch China. Vom einzigartigen Eisfestival inspiriert, flogen wir dann in die ehemalige chinesische Hauptstadt, Nanjing, wo wir nach viel Überzeugungsarbeit, schlussendlich doch noch die Austauschschüler von Nanjing treffen dürften. Die uns mit ihren aufregenden Großstadtgeschichten schon ein wenig neidisch gemacht haben, wobei unsere Erfahrungen einfach nur sehr verschieden sind, was sich allein schon durch die ganz andere Mentalität auswirkt. Den darauf folgenden Tag haben wir dann im eher ruhigen, von antiken Gebäuden bestimmten, Suzhou verbracht. Am nächsten Tag fuhren wir nach Shanghai, welche wirklich sehr westlich angehaucht ist, was sich nicht mehr bestreiten lässt, nachdem man einen mit Nichtasiaten gefüllten Nachtclub besucht hat. Da denkt man dann doch schon einmal an die Zeiten in Jiamusi zurück, wo man sich schon freut, wenn man überhaupt einen Ausländer auf der Straße trifft, der höchstwahrscheinlich auch nur ein Russe ist, der die billigen Shoppingmöglichkeiten nutzen möchte. Danach ging es noch nach Hanzhou, Huang Shan und Qian Dao Hu und das ganze Endete in der Hauptstadt von China, Beijing. Damit haben wir aber auch nur einen kleinen Teil von China zu Gesicht bekommen. Und dann waren die 10 Tage schon um. Das Ergebnis war, dass die nicht so abenteuerlustigen Chinesen müde waren und wieder ins heimische Jiamusi zurückwollten, und wir, die vom Reisen noch nicht genug hatten und unter keinen Umständen ins kleine langweilige Jiamusi zurückmochten. Doch ich konnte mich einmal wieder als einziger auf meine Gastmutter verlassen, die für mich noch einen einwöchigen Aufenthalt in Beijing eingefädelt hatte. Da mein Gastneffe am 28. geheiratet hatte und meine Gastmutter dadurch nach Beijing gekommen ist. Eine chinesische Hochzeit lässt sich nicht mit westlichen Hochzeiten vergleichen. Die Eltern bezahlen alles, von der Wohnung über die Einrichtung bis hin zur Hochzeit mit allen Finessen, was eine schwierige Zeit für die Eltern ist, das sie alles planen und kaufen, dann aber dem Sohn im letzen Moment auffällt, dass der, größte im Geschäft erhältliche, Flachbildferseher doch ein bisschen zu klein für die Wohnung ist und dann noch mal umgetauscht werden muss. Die chinesische Hochzeit stellt den Gipfel des chinesischen „Kitschismus“ dar, die Hochzeit ist wichtiger als die Ehe an sich. Es wird in jeden Raum ein gigantisches Hochzeitphoto gehängt, was aber von dem, durch Profis gedrehten, Hochzeitsfilm noch übertroffen wird. Es ist eine einzigartige Erfahrung eine chinesische Hochzeit mitzuerleben. Danach dürfte ich noch einige Tage bei meiner Gasttante in Harbin verbringen, bevor ich zurück nach Jiamusi gekommen bin.
Eine kleine Photopräsentation: http://www.zippyvideos.com/5434911186653176/untitled_0009/
Eine kleine Photopräsentation: http://www.zippyvideos.com/5434911186653176/untitled_0009/
Ein später Bericht über die chinesische Weihnachtszeit
Die Weihnachtszeit in China
In China zieht sich im Moment ein grundlegender Umbruch statt, in dem es vorrangig darum geht den Westen so exakt wie nur möglich zu kopieren. Dies kann man auch schon sehr gut an dem wichtigsten westlichen Fest Weihnachten erkennen, da der Großteil aller Geschäfte Weihnachten bereits als besonderen Kassenschlager entdeckt hat. Auf der anderen Seite aber fast noch niemand Weihnachten zelebrieren tut, außer einigen Schulen wie meiner. Man sollte es sich aber nicht als Party vorstellen, sondern eher als typische chinesische Veranstaltung, das bei Weihnachten so aussah.
Die erste Absurdität äußerte sich dadurch, dass nur die 15 besten Schüler in Englisch zur Veranstaltung eingeladen wurden und so eine besondere Ehre war, wenn man eingeladen wurde. Und da es ja einen Sinn haben musste, dass die besten Englischschüler kamen, wurde das Ereignis auf Englisch abgehalten. Das zeigte sich indem englischsprachige Lieder vorgesungen wurden und die Moderatoren versuchten einen amerikanischen Akzent aufzusetzen, was sich eher wie chinesisch als amerikanisch klang, aber schließlich muss man es ja üben. Der Höhepunkt des Events aber waren wir, die Austauschschüler, frisch importiert aus Europa um in Weihnachtsmannkostümen ein paar chinesische Lieder zu trällern, was für Chinesen höchst wahrscheinlich besonders amüsant anzusehen war.
Sonst entwickelt sich hier alles relativ gut, abgesehen davon, dass sich mein Chinesisch durch die Heterogenität zum Deutschen nicht so leicht wie Englisch erlernen lässt. Aber manchmal ist es nötig mehr Zeit in etwas zu investieren, was dafür aber auch von sehr großem Vorteil im späteren Leben sein kann. Dennoch versuche ich meine Zeit hier in Jiamusi zu genießen, auch wenn das oft durch die Temperaturen( aktuell -25°C), die chinesischen Sitten und die Möglichkeiten in dieser Stadt nicht besonders leicht fällt. Ich habe in den letzten vier Monaten sehr viel über die Mentalität der Chinesen gelernt und bin um ein zig faches
In China zieht sich im Moment ein grundlegender Umbruch statt, in dem es vorrangig darum geht den Westen so exakt wie nur möglich zu kopieren. Dies kann man auch schon sehr gut an dem wichtigsten westlichen Fest Weihnachten erkennen, da der Großteil aller Geschäfte Weihnachten bereits als besonderen Kassenschlager entdeckt hat. Auf der anderen Seite aber fast noch niemand Weihnachten zelebrieren tut, außer einigen Schulen wie meiner. Man sollte es sich aber nicht als Party vorstellen, sondern eher als typische chinesische Veranstaltung, das bei Weihnachten so aussah.
Die erste Absurdität äußerte sich dadurch, dass nur die 15 besten Schüler in Englisch zur Veranstaltung eingeladen wurden und so eine besondere Ehre war, wenn man eingeladen wurde. Und da es ja einen Sinn haben musste, dass die besten Englischschüler kamen, wurde das Ereignis auf Englisch abgehalten. Das zeigte sich indem englischsprachige Lieder vorgesungen wurden und die Moderatoren versuchten einen amerikanischen Akzent aufzusetzen, was sich eher wie chinesisch als amerikanisch klang, aber schließlich muss man es ja üben. Der Höhepunkt des Events aber waren wir, die Austauschschüler, frisch importiert aus Europa um in Weihnachtsmannkostümen ein paar chinesische Lieder zu trällern, was für Chinesen höchst wahrscheinlich besonders amüsant anzusehen war.
Sonst entwickelt sich hier alles relativ gut, abgesehen davon, dass sich mein Chinesisch durch die Heterogenität zum Deutschen nicht so leicht wie Englisch erlernen lässt. Aber manchmal ist es nötig mehr Zeit in etwas zu investieren, was dafür aber auch von sehr großem Vorteil im späteren Leben sein kann. Dennoch versuche ich meine Zeit hier in Jiamusi zu genießen, auch wenn das oft durch die Temperaturen( aktuell -25°C), die chinesischen Sitten und die Möglichkeiten in dieser Stadt nicht besonders leicht fällt. Ich habe in den letzten vier Monaten sehr viel über die Mentalität der Chinesen gelernt und bin um ein zig faches
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