Die erste Schulwoche ist vorbei und ich bin wieder um ein paar Erfahrungen reicher. Meine erste Schulwoche verlief relativ unproblematisch. Mein Schultag beginnt um 6 Uhr mit dem Herausquälen aus dem Bett und dem Hereinquälen von soviel Essen, dass meine Gastmutter denkt, dass es für die nächsten 6 Stunden reichen könnte. Komme dann, aus mir nicht nachzuvollziehenden Gründen, zu spät zum Unterricht, obwohl ich vor um 7 in meinem Klassenraum bin. Gefolgt von einer 25 m Sequenz aus einem englischsprachigen Lernfilm, wobei dieser auf einem nicht sehr hohen Niveau aufbaut, was für die Chinesen aber genau richtig zu seien scheint. Darf darauf 5 h mit meiner Klasse verbringen, welche durch die „morning exercise“ nach der 3. h unterbrochen werden. Die morning exercise läuft so ab, dass alle auf den Schulhof gehen, dann in Reih und Glied aufstellen und versuchen eigenartige Gymnastikübungen nachzumachen. Nach der 5. h folgt eine 1 ½ h Lunch-Pause, welche wir im Moment dazu nutzen mit den Chinesen zu kommunizieren. Bis jetzt kamen immer wieder Chinesen, die uns erzählt haben, dass sie sich gerne mit uns anfreunden würden um ihr Englisch zu verbessern. Das so weit ging, dass wir mit in die Klasse von jdm. kommen sollten und mit ihnen auf englisch kommunizieren sollten, welches zu einem richtigen Abenteuer wurden. Da es die vierte Klasse war, die das Abschlussexamen leider nicht ablegen konnte, auf solch einem niedrigen Niveau waren auch ihre Englischkenntnisse.
Zusätzlich haben wir, die Austauschschüler, am Nachmittag 2 Stunden Chinesisch mit einer Englischlehrerin, die sehr nett ist und auch noch nicht so alt.
Nach 3 Uhr gehen wir sportlichen oder künstlerischen Tätigkeiten nach, z.B.: Volleyball, Basketball, Malen oder Klavier.
Bis jetzt habe ich wahrscheinlich mehr Sachen probiert, als ich mir bewusst bin. Die außergewöhnlichsten Sachen, wo von ich weiß, waren bis jetzt Hund und Schildkröte, wobei beides sehr zart und wohlschmeckend ist.
Samstagabend war ich zudem mit den anderen Austauschschülern und unserer Chinesischlehrerin Karaoke singen, was hier etwas anders als in Deutschland ist. Es erinnert hier mehr an ein 5*-Hotel als an eine Karaoke-Bar. Man muss sich einen komfortablen Raum mit Sofa und Fernseher vorstellen, der durch den eigenen Butler erst abgerundet wird.
Langsam wird mir meine Gastfamilie sympathisch. Da ich jetzt erst richtig mitbekomme, was meine Gastmutter alles für mich tut und was für große Sorgen sie sich um mich macht.
Und die nächtliche Geräuschkulisse stört mich auch nicht mehr, da ich langsam immun dagegen bin und mein Gastbruder oft mit in dem Bett meiner Gastmutter schläft, da mein Gastvater fast immer verreist ist.
Ich habe bis jetzt auch kein großes Heimweh verspürt, da ich mich immer beschäftigte und mein neues Zuhause für mich immer heimischer wird.
Obwohl ich manchmal daran denke, dass ich es in einem englischsprachigen Land leichter haben würde. Da die Kultur und Sprache nicht so verschieden sind.
P.S. wir hatten in der letzten Zeit das Glück, dass der Strom um die Mittagszeit mal nicht ausgefallen ist und meine Gastmutter hat mir eine Reihe von 13 Chinesisch-lernkinderbüchern gegeben, die mir dabei helfen sollen mit ihr zu kommunizieren
Saturday, September 16, 2006
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