Ich muss mich dafür endschuldigen, dass ich meinen Blog solch eine lange Zeit nicht erneuert habe. Ich denke, dass die chinesische Regierung ihn, aus welchem Grunde auch immer, einfach gesperrt hat. Daher war ich in den letzten Wochen leider nicht in der Lage, die Seite zu öffnen und somit auch nicht zu erneuern.
Aber passend zu meinem Geburtstag, hat die Regierung die Seite freundlicherweise wieder freigestellt. Daher will ich aus zeitlichen Gründen über den Blog an alle Danksagungen geben, die sich den Aufwand machten um mir eine Geburtstags-E-mail zu schicken. Ich würde es lieber persönlich machen, dies ist aber aus zeitlichen Gründen im Moment nicht möglich.
Mein chinesischer Geburtstag begann mit der typischen chinesischen Nudel. Ich betone Nudel, da es nur eine lange Nudel ist, die das lange Leben verkörpern soll. Da ich aufgegessen habe, denke ich jetzt natürlich, dass sich dies auch bewahrheiten wird. Da hier wirklich alles von der Schule organisiert wird, gab es zu meinem Geburtstag keine Ausnahme. Und so ging ich mit den anderen Austauschschülern und unseren Chinesischlehrerinnen essen und danach Karaoke singen. Aber die Besonderheit an diesem Abend war, dass auch noch zwei ausländische Lehrer kamen, von denen eine Kolumbianerin ist und der andere Schweizer. Da der Schweizer vom deutschsprachigen Teil kommt, hatten wir eine hitzige Konversation, in der er mir einen kurzen Abriss seines Lebens gegeben hat. Das wie folgt aussieht: Nachdem er seine Lehre als LKW-Mechaniker in der Schweiz aufgegeben hatte, ist er zwei Jahr mit einem Kleinbus durch Europa getourt. Diesen musste er dann in Istanbul verkaufen, da er sich sonst das Ticket nach Thailand nicht hätte leisten können. Darauf hin ist er mehrere Jahre als Rucksacktourist durch Asien gereist. Und schließlich aus finanziellen Gründen hier gelandet, da er einen für chinesische Verhältnisse gut bezahlten Job angeboten gekriegt hat und so nicht nein sagen konnte. Das war mein erster chinesischer Geburtstag und vielleicht auch nicht der Letzte.
Langsam fühle ich mich hier Zuhause. Es wird zwar nie wie in Deutschland werden, da die Unterschiede zu groß sind und ich hier hauptsächlich durch mein Aussehen auch nie wirklich integriert sein werde. Aber ich versuche mich so gut es nur möglich ist zu adaptieren. Und natürlich zusätzlich dadurch unterstützt, dass ich keine so großen Freiheiten wie in Deutschland genießen kann und dadurch nicht alle meine Affinitäten ausleben kann.
Meine normale Woche besteht aus Thai Chi, Tae Kwon Do und Chinesisch lernen, wobei ich die größte Aufmerksamkeit meinem Chinesischlernen zukommen lasse.
Meine sportlichen Ambitionen sind Thai Chi und Tae Kwon Do, ich aber sagen muss, dass Tae Kwon Do nicht chinesisch sondern koreanisch ist. Tae Kwon Do ist sehr nützlich, da ich dabei all die Wut und den Stress herauslassen kann, der sich über die Woche angestaut hat. Thai Chi ist das genau Gegenteil davon, man spannt aus und lässt seinen Körper zu Ruhe kommen.
Das Ziel meines Chinesischlernens ist das bestehen von der höchsten Stufe des HSK. Dieser ist ein Test vergleichbar mit TOEFL in Englisch, bei bestehen einer der höchsten Stufen, ist es einem erlaubt in China zu studieren. Ich schreibe jeden Tag 5 Stunden Schriftzeichen in der Schule, habe 2 Stunden lang Chinesischunterricht und spreche so viel wie möglich Chinesisch mit meiner Gastfamilie.
Zusätzlich dazu verbessere ich jeden Tag mein Englisch, indem ich mit den anderen Austauschschülern rede und mit englischen Büchern chinesisch lerne.
Und ich unterrichte jeden Abend meinen Gastbruder deutsch, da er plant das nächste Jahr als Austauschschüler in Deutschland zu verbringen.
Es ist nicht gerade ein entspanntes Leben, was ich hier führe. Aber ich denke, dass es sich auszahlen wird. Spätestens bei der Jobsuche, wenn ich sagen kann, dass ich fließend chinesisch sprechen kann. Im Moment ist es zwar nur ein Traum, jedoch gerade dadurch arbeitete ich hier so hart.
Ich habe dennoch meinen Spaß. Da ich an den Wochenenden mit den anderen Austauschschülern versuche so viel Spaß, wie in dieser kleinen Stadt nur möglich ist, zu haben, z.B. Tanzen oder Karaoke singen gehe. Wir frequentieren diese Plätze aber auch nicht.
Saturday, November 25, 2006
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